6 Tipps für dein nächstes Jahresgespräch
Bist du gut für dein nächstes Jahresgespräch gerüstet? (Bild: Berufsoptimierer.de)

6 Tipps für dein nächstes Jahresgespräch

Wieder eine Premiere auf meinem Blog: mein erster Gastartikel mit 6 Tipps exklusiv und mit viel Herz für euch zusammengestellt!

 

Für Berufsoptimierer.de habe ich einen Gastartikel passend zu meinem letzten Blogeintrag aus dem August Das Jahresgespräch – der jährliche Bullshit geschrieben. Hier fasse ich in 6 praktischen Tipps zusammen, wie ihr euch konkret auf euer nächstes Jahresgespräch vorbereiten könnt.

Berufsoptimierer, Frau hält Sprechblase mit you über ausgeschnittene Papiermännchen

1.) Vorbereitung ist Trumpf

Beurteilungs- oder Jahresgespräch können sehr unterschiedlich sein. Am Anfang, wenn man noch nicht so genau weiß, wie es läuft, solltest du zunächst Infos sammeln. Am besten fragst du bei deiner Führungskraft nach wie die Gespräche im Unternehmen gehandhabt werden. Du solltest genau wissen, was von dir erwartet wird.

Du bist unsicher? Das ist normal, überall läuft der Hase etwas anders. Solange nachfragen, bist du es kapiert hast. Und – wer fragt der führt.

In dein Gespräch gehst du natürlich nicht unvorbereitet rein. Auch wenn du schon Ziele vorgegeben bekommen hast, die ihr nun besprecht, ist Vorbereitung deinerseits trotzdem nötig. Nimm dir einige Tage vor dem Gespräch Zeit, die Periode/Ziele/Projekte zu reflektieren.

Was ist gut gelaufen? Wo hättest du gerne mehr Unterstützung gehabt, was kann die Abteilung in Zukunft von dir erwarten?

Bei der Gelegenheit wirst du dir auch über deine eigenen Ziele und Fähigkeiten bewusster und integrierst sie so besser in dein Arbeitsleben.

2.) Deins!

Es sollte deine Zeit sein, vergiss das nicht! In vielen Fällen hören sich Führungskräfte gerne selber reden. Kommunikation ist auch ihr Job, also alles gut.

Aber diese halbe Stunde bis Stunde solltest du erzählen dürfen, es ist deine Bühne! Falls du nicht zu Wort kommst, helfen dir deine Notizen, siehe oben. Hier kannst du spätestens gegen Schluss anbringen, dass du dir ebenfalls ein paar Gedanken gemacht hast und diese gerne noch ansprechen würdest.

Du willst gar nicht so viel dazu sagen? Meinst vielleicht, du könntest mit nicht so viel glänzen?

Oft neigen weibliche Mitarbeiterinnen dazu, ihr Tun unter den Scheffel zu stellen, aber auch Männer sind oft verunsichert, ob ihre Leistung im Rahmen liegt. Dinge und Sorgen leiben ungesagt was wirklich schade wäre! Denn auch eine gute Leistung muss Raum bekommen!

Hier bitte: lies unbedingt nochmal den Punkt zur Vorbereitung durch! Du hast sicher etwas geschafft oder erledigt, das hervorzuheben ist. Du kannst auch vertraute Kollegen*innen befragen. Lass die Gelegenheit auf keinen Fall verstreichen! Schließlich geht es um eine Beurteilung und du hast hierbei genauso eine Stimme!

3.) Wähle Zeit… 

Meisten werden Zeit und Ort für das Jahresgespräch vom Vorgesetzten gewählt. Der Termin orientiert sich in der Regel an einem fixen Datum, z.B. um den 01. September, weil du in einem September ins Unternehmen eingestiegen bist.

Je nach dem wie die Struktur in eurer Firma ist gibt es aber Spielraum, den du einfach mal ausloten solltest. Wäre es möglich, einen Terminvorschlag zu machen? Bist du früh genug dran und es gibt noch keinen Termin, versuche es doch mal!

Der Vorteil dabei ist, dass du eventuell gerade ein Projekt fertiggestellt oder eine wichtige Aufgabe deiner Zielerreichung geschafft hast. Ein Gespräch in unmittelbarer Nähe dieses Ereignisses bietet dir den Mehrwert, dass du noch frisch von deinem Erfolg berichten kannst du die Energie und Freude darüber aber auch die Probleme, die es damit gab, in das Gespräch mitnehmen kannst und noch alles sehr präsent ist. Als kleinen Side Effekt signalisierst du mit deinem Vorschlag dem/der Vorgesetzten Interesse und Planungskompetenz.

4.) …und Ort 

Falls du die Wahl hast, wähle einen Ort, an dem du dich wohl fühlst.

Schließlich geht es um dich und deine Ergebnisse und äußere Umstände sollen dabei so wenig wie möglich ablenken. Im Chef*innen-Büro am Schreibtisch gegenübersitzen? Ein alter Hut. Schlage, falls möglich ein lockerer Umgeben vor, wo ihr euch zum Beispiel ungezwungen gegenüber
sitzt. Das wirkt sich positiv auf die Kommunikation aus. Es muss ja nicht unbedingt im Sitzsack oder neben der Rutsche wie im Silicon Valley sein.

Ein Ortswechsel wirkt sich aber sicher positiv aus. Schlage einen anderen Besprechungsraum oder vielleicht sogar einen Spaziergang vor. Auch ein gemeinsames Mittagessen wäre denkbar. Die Ausgangslage ist dann für bei gleich. Falls du ein eigenes Büro hast, lade zu dir ein. Hier fühlst du dich in der Regel sicher, ein „Heimspiel“ sozusagen.

5.) Fordere konkretes Feedback

Führungskräfte sind oft gar nicht so große Fans von Jahresgesprächen. Sie kosten viel Zeit, Vorbereitung, Planungsaufwand und sind manchmal auch emotional herausfordernd.

Leider kommt es öfter vor, dass man dies seinem Vorgesetzen anmerkt. Zum Beispiel ist er nicht richtig vorbereitet, verschiebt ständig den Termin, redet schnell und unkonzentriert, hört nicht richtig zu. Das ist der denkbar schlechteste Fall.

Was du mindestens aus dem Gespräch mitnehmen solltest, egal, wie es läuft, ist ein Feedback zu deiner Arbeit. Fordere es ein, wenn nötig. Vielleicht ist es nicht schön, nicht das, was du hören willst oder sehr unkonkret. Das kann passieren. Damit kann man aber arbeiten und sich für das nächste Mal diese Punkte notieren. Dies ist die Basis für den letzten Tipp.

Im besten Falle aber bekommst du ehrliche konstruktive Rückmeldungen zu deinen Projekten und deiner Arbeit und ihr könnt echte und hilfreiche Pläne für die nächste Periode machen.

Sprich doch das bei der Gelegenheit das Seminar an, zu dem du gerne noch gehen wolltest oder die neue Kaffeemaschine, die dringend notwendig ist! Auch menschliche Themen sollten nicht zu kurz kommen, denn auch Teamleader sind “nur” Menschen. Versteht ihr euch gut, ist auch für solche Themen Platz und kann fruchtbaren Austausch ermöglichen. Ist aber kein Muss.

6.) Die Königsfrage

„Ich arbeite schon X Jahre in meiner Firma und habe noch nie eine Gehaltserhöhung bekommen!“

Diesen Satz höre ich öfter. Ich frage dann oft „Hast du denn gefragt?“. „Ich frage doch nicht, die sollten schon selber merken, dass ich meine Arbeit gut machen“.

Äh! Nein. Tun sie nicht (immer).

Frag! Trau dich! Nimm die Frage mit! In jedes deiner Jahresgespräche! Und jetzt kommen die Notizen wieder ins Spiel!

Du kannst aufzeigen, dass du deine Entwicklung gemacht hast, deine Arbeit erledigst, deinen Pflichten nachkommst und im besten Falle sogar mehr als das! Du bist eine Bereicherung für das Team, weil… (hier deine Antwort einfügen).

Im Schnitt ist es so: die Hälfte fragt, die andere nicht. Personaler und auch Chefinnen und Chefs wissen, dass die Frage kommt, sie sind nicht überrascht, also fragt!

Klar, die Antwort könnte auch negativ ausfallen, vielleicht versteht ihr die Gründe auch. Aber ich verrate euch quasi als Geheimtipp, dass der Druck schon sehr hoch ist, wenn der Mitarbeiter sich seiner Entwicklung bewusst ist und diese auch dokumentiert. Die Chancen, hier mehr zu bekommen, stehen also gut.

Falls ihr immer noch auf Gegenwehr stoßt, fragt doch einfach „was kann ich denn dazu beitragen, XY zu verdienen?“. Man wird euch in einer gut situierten und gut geführten Firma nicht Jahr für Jahr vertrösten. Das wäre einfach fahrlässig. Falls doch liegt es an euch zu entscheiden, ob ihr dort noch Perspektive habt. 

Gute Aussichten

In der „New Work“ setzen sich langsam alternative Methoden zur Feedbackkultur in den Unternehmen durch. Teams werden kleiner und somit überschaubarer, Feedback ist ein mittlerweile durchaus gewünschtes und gefordertes Steuerungsinstrument geworden.

Es gibt mittlerweile auch den spannenden  Trend, völlig auf diese Jahresgespräche zu verzichten (lest dazu meinen Artikel Jahresgespräche – jährlicher Bullshit).

Eine gut etablierte Feedbackkultur ist ein entscheidendes Kriterium, damit sich alle mit dieser Lösung wohlfühlen und ist wie ein Handwerk zu erlernen – kann also gut oder schlecht gemacht sein.

Falls du jetzt gerade eine Anstellung suchst, lohnt es sich auf jeden Fall, die Hierarchieebenen und Vorgangsweisen anzusprechen und abzufragen. Ein Probearbeitstag zeigt dir dann, ob das auch wirklich so gelebt wird!

Achte verstärkt darauf, denn das Unternehmen macht sich dann bereits Gedanken darüber, zukunftsfest zu werden und das ist für alle gut und sichert langfristig deine Perspektiven.

Was wird hier in deinem Unternehmen schon gemacht? Spürst du den neuen Trend zum Teamwork auf Augenhöhe in deinem Unternehmen auch schon oder hängt deine Instituion noch in alten Strukturen fest?

 Hier klicken um den Gastartikel beim Berufsoptimierer zu lesen (LinkedIn)

Habt ihr einen der 6 Tipps schon gekannt und konntet ihn bereits umsetzen? Fehlt euch ein wichtiger Tipp, den ich noch ergänzen kann? Schreibt  mir gerne!

 
 
Jessica Reiner

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