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Azubi im Handwerk gesucht – 7 Tipps für deine Suche

Azubi gesucht – machen kommt von tun

In meinen heutigen Artikel schließe ich an meine letzten Einladung zum Podcast DU BIST an. Im Gespräch mit Sina Töpfer, einer Recruiting-Expertin und Coach im Kanzleibereich, erzähle ich über meine Best Practice im Ausbildungsrecruting.

Wie und wo findest du heutzutage im Mittelstand noch Auszubildende? Ein Herzensthema für mich.

Im Handwerk sind jährlich 150 unterschiedliche Ausbildungsberufe zu besetzen. Nachwuchs für die Berufsausbildung zu finden im Hinblick auf den demographischen Wandel wird zunehmend verzwickter. Auch weil immer mehr potentielle Azubis auf Hochschulen und Unis “abwandern.

Höre dir hier die Podcastfolge zum Thema Auszubildende an, um spannende Insights aus der HR-Welt zu bekommen!

Falls du lieber liest, schreibe ich dir 7 Tipps aus meiner Praxis nochmal zusammen. Was davon kannst du in deinem Unternehmen bei der Azubisuche miteinbringen oder ausprobieren?

Azubi Symbolbild Social-Media, Kreisezeichnung Denkblasen mit verschiedenen Kommunikationszeichen wie Wlan, Brief, Musiknote

1. Azubi-Magnet Social-Media

Vermutlich erzähle ich dir nichts neues, wenn ich sage, die klassische Stellenanzeige funktioniert nicht mehr. Zumindest nicht gut. Für Fachkräfte erfüllen sich noch ihren Zweck, junge Leute allerdings nutzen dieses Medium kaum noch.

Deshalb sollte jeder noch so kleine Betrieb auf der Suche nach Auszubildenden in seine Social-Media-Präsenzen investieren. Aber keine Angst, du musst nicht auf allen Hochzeiten tanzen!

Entscheide dich zumindest für eine Plattform. Bei der Wahl spielt eine Rolle, wer den Kanal bedient (z.B. die Azubis selber, Marketing, die Chefin…) und wie sich derjenige damit wohlfühlt. Überlege dir, was an deinem Betrieb so besonders ist und betone dies hier immer wieder (z.B. seltener Beruf, international usw.).

So ist eine authentische und interessante Präsenz in den sozialen Medien möglich, was jungen Leuten sehr wichtig ist.

2. In regionalen Sonderheften – und Zeitungsteilen inserieren

Trotz online Azubisuche ist Papier aber noch ein Medium mit Daseinsberechtigung. Da wo es Sinn macht, sei als Betrieb mit vertreten (Branchen, Region). Die Kosten sind hier vergleichsweise gering.

Die Sonderhefte für Auszubildende sind in der Regel zwischen zwei und vier Mal im Jahr. Die Kosten sind somit gut planbar und überschaubar. Oft ist ein Onlineangebot gekoppelt. Durch die Regionalität solcher Angebote erreichst du die Zielgruppe in deiner Nähe.

Praktisch und meistens für dich kostenlos: die Magazine und Co.für angehende Azubis werden oft an Schule oder Orten ausgelegt, an denen sich Jugendliche befinden.

Auch die Eltern lesen den Sonderteil für Auszubildende in den regionalen Wochenzeitungen. Sie sind ein wichtiger Partner, damit sich die jungen Menschen dann auch wirklich bei dir bewerben.

3. Praktikum anbieten

Auch für Schüler, die heute noch zu jung sind für eine Ausbildung. Denn diese suchen später auch wieder nach einer Ausbildung und denken im besten Falle hier wieder an die Praktikumswoche in deiner Firma!

Für das Handwerk sind Praktikumsangebote eigentlich unerlässlich. Oft können sich die jungen Menschen nicht vorstellen, was dieser oder jener Beruf überhaupt ist oder wie der Alltag aussieht. Jetzt bist du gefragt! Biete ein paar Praktikumstage an, schicke den Schüler (vielleicht dein zukünftiger Auszubi?) mit unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen „aufs Feld“.

Anschießend kannst du dir mehrere Einschätzungen zum Kandidaten einholen. Zugegeben, es kostet Zeit und Mühe, vor Allem der Außendienst ist damit mehr belastet. Aber wenn du klar machst, dass der Nachwuchs für die Zukunft des Unternehmens unerlässlich ist und alle an einem Strang ziehen wirst du sie mit ins Boot holen.

Der ein oder andere empfindet es auch als eine schöne Aufgabe, seinen Job zu erklären und Wissen weiterzugeben. Im besten Falle springt der Funken für dein Handwerk auf den jungen Menschen über! Eine Bewerbung folgt! Wunderbar!

Azubi junge Frau in Schreinerwerkstatt, hell, beschäftigt

4. Unternehmenswerte leben

Damit zahlst du auf deinen Ruf als guter Arbeitgeber in deiner Branche und Region ein, was sehr nachhaltig, aber auch fragil ist. Hier handelt es sich um ein länger andauerndes Projekt, das eigentlich nie ganz fertig ist.

Oft unterschätzt, aber effektiv. Was bei Kunden wirkt, ist auch ein wichtiges Recruiting-Tool: alle fragen sich, gibt es bei dir gute Arbeit?

Über deinen Ruf kommen ungeahnte Kandidaten oder Empfehlungen,  auch Familienmitglieder von Mitarbeitenden sind eventuell interessiert. Dies ist nicht nur für die Ausbildung entscheidend, sondern stellt dich allgemein als Arbeitgeber besser da. Außen hui innen pfui zieht nicht mehr, auch nicht bei Azubis.

Wissen Jobpartner wie dein Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur oder Berufsbildungseinrichtungen, dass du einen soliden Betrieb hast, der gut ausbildet wird dir hier auch eher ein Auszubildender zugespielt, der zu dir passt. Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt:

5. Netzwerk aufbauen

Zu Schulen, Bildungseinrichtungen, Jobcenter, deiner Gemeinde oder Stadt, in Verbänden oder ähnlichem. Schau einfach, was bei dir so gemacht wird in der Nähe und bemühe dich um Einladungen zu Stammtischen, Events etc.. Auch mal freiwillig „Zeit“ sponsern (Bewerbercafé) bringt dir hier viele Pluspunkte und du kommst mit deiner Zielgruppe in Kontakt.

Trau dich, bei Formaten teilzunehmen, die neu für dich sind! Biete einen gemeinsamen Abend für Interessierte an einer handwerklichen Ausbildung bei der örtlichen Feuerwehr an oder bring dich in Onlinespeeddating-Events mit ein, wenn sowas angeboten wird. Nicht immer springt direkt eine Bewerbung oder ein Auszubi dabei heraus.

Aber die Präsenz deines Unternehmens, der Kontakt und Verlässlichkeit werden wahrgenommen. Über die Zeit wirst du damit Erfolge erzielen.

6. Hürdenfreie Kommunikation

Was für „Erwachsene“ im Recruiting gilt, ist für die Kids um so wichtiger: mache es ihnen einfach, sich bei dir zu bewerben! Spare dir lange Prozesse mit Fragebögen und langen Formularen!

Natürlich gibst du klar an, welche Unterlagen du erwartest, aber biete eine Mailadresse an, vielleicht experimentierst du auch mit WhatsApp oder lässt dich auch per Instagram/Facebook anschreiben.

Fehlende Unterlagen kannst du immer noch einholen bei Interesse, aber zunächst gilt es, Kontakt herzustellen und den Bewerber für die Ausbildung an den Haken kriegen. Probiere es aus!

7. Suche outside the box

Es lohnt sich links und rechts jenseits der 2-Schüler nach potentiellen Auszubildenden zu suchen. Konzentriere dich auf die wichtigen technischen Fächer und versuche, Potenzial zu erkennen. Lade auch mal Schüler:innen ein, die bei anderen Firmen durchs Raster fallen würden.

Und gib auch mal jemanden eine Chance! Das Handwerk ist eine praktische Angelegenheit, die Schule eher ein Ort der Theorie. Das System ist nicht für alle jungen Leute gleichermaßen ideal, um ihr Potenzial zu entfalten.

Als Ausbilder hast du nicht nur eigenen Interessen, du hast auch eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung. Entwickle ein Selbstbewusstsein für deine Aufgabe für die Gemeinschaft und sehe das große Ganze! Du lehrst den Töchtern und Söhnen in deiner Region einen Beruf – deinen Beruf! Das ist etwas Wunderbares!

Es gibt so viele ungehobene Schätze, du musst nur ab und an im Sand graben, um die Muscheln zu finden. Habe den Mut, an Menschen zu glauben und auch einen Vertrauensvorschuss in die Jugend zu investieren. Du warst schließlich auch mal jung.

Azubi 7 Tipps in Aufzählungsform, dunkler Hintergrund, gelbe Schrift, kleines Symbol mit Händen, die Mensch halten


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